Es gab Zeiten, da war meine Freude auf ein neues Acquire Spiel mit der kindlichen Vorfreude auf Weihnachten zu vergleichen. Leider überzeugte mich nach “Kamiwaza” kein Spiel der japanischen Softwareschmiede mehr so wie vorangegangene Titel. Weihnachten ist eben auch nicht mehr das, was es mal war. Morgen nun erscheint Way of the Samurai 3 nach Monaten endlich auch für die Xbox360 in Deutschland, aber das Fest der Freude wird für die meisten ausbleiben.
Dabei sollte es doch eigentlich gar nicht so schwer sein, einen alles in den Schatten stellenden dritten Teil der Samurai-Saga auf der aktuellen Generation vorzustellen. Ein kleiner Pass, wie in Teil Eins, aber ohne die Ladezeiten zwischen den Arealen, etwas aufgepeppte Grafik, die nicht flimmert und eine halbwegs intelligente Geschichte um ein Dutzend illustrer, geheimnisvoller Figuren. Mehr hätte es eigentlich nicht gebraucht. Teil Eins brauchte ja auch nicht viel, um ein außergewöhnliches Spiel zu sein. Irgendwie haben es aber weder Teil Zwei noch der aktuelle Titel geschafft, diese Formel ein weiteres Mal umzusetzen. Der Charm eines Way of the Samurai scheint für beide Nachfolger unerreichbar zu sein.
Der Reiz von Way of the Samurai 3 liegt immer noch in seiner Natur als Multipath-Abenteuer. Es steht uns frei, den drei Parteien im Spiel mit Rat und Tat beizustehen oder sie gegeneinander auszuspielen. Je nach Handlung verändern wir so den Lauf unserer kleinen Geschichte, die je nach Laune nach kürzerer oder längerer Zeit beendet sein kann. Kein Problem, wir wollen ja schließlich alle Möglichkeiten, wie die Geschichte ausgeht mindestens einmal sehen und stürzen uns gerne ein weiteres Mal ins Getümmel. Schließlich übernehmen wir bei jedem erneuten Durchgang Waffen, Materialien und Geld des vorangegangenen Spiels. Und der Tod unserer Spielfigur bedeutet auch nicht mehr automatisch den Verlust unserer wertvollen Waffen. Das ist gut so. Schade ist auf der anderen Seite, dass wir viel zu leicht in immer wieder den gleichen Verlauf der Geschichte schlittern, wenn wir das machen, nachdem das Spiel förmlich schreit: nämlich uns treiben lassen. Was bringen uns eine Tonne Enden, wenn es kaum möglich ist, mehr als sechs davon ohne eine genaue Anleitung zu erspielen?
Das ist vor allem dann furchtbar schade, wenn man sich die neuen Elemente des Spiels anschaut. Wir können aus gesammelten Teilen eigene Waffen bauen, uns mit mehr Zeugs behängen als jemals zuvor in der Geschichte der Serie und wir dürfen uns sogar mit einem virtuellen Partner zusammentun und an Mini-Spielen mit hohem Trash-Faktor teilnehmen. Das Kampfsystem wurde um ein sehr nettes Instantkill-Feature erweitert das zusammen mit den immer wieder aufkommenden, sehr heftigen Massenschlachten richtig gute Laune aufkommen lässt.
Natürlich gibt es auch wieder Anlaufstellen für Jobs, die es für alle Parteien zu erledigen gilt. Die waren bei Teil Zwei strotzdumm und schnell langweilig. Und das sind sie bei Samurai 3 immer noch. Warum man da nicht auf die lauten Stimmen der treuen Fans gehört hat? Ich habe dafür keine Erklärung. Und so wird kaum ein Spieler das Potential des Spiels voll ausschöpfen und sich am wunderbar überzogenen Acquire-Humor erfreuen können. Leider, denn allein das Basteln der Waffen könnte Spieler wie mich für Wochen fesseln. Aber was bringt mir eine exzellente Waffen, wenn ich sie bloß wieder im gleichen Endkampf einsetzen werde? Und dabei möchte ich doch viel lieber mit der Frau des Fürsten türmen, aber die will partout nicht mitkommen. Bah.











